Bd. 18 – Italienische Impressionen

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Journalistisches

Auf dem Brenner

Innsbruck lag unter einem blauen Himmel, der zitterte leicht, aber das war wahrscheinlich Augenblendung, das war unsere Erwartung, die ihn zittern machte, das war unsere Begierde, nun den Berg hinauf zu fahren, durch viele, schwarze Gänge, die Flanken des Berges hinauf, die grünen Flanken. Wir fuhren schon, oft sah man die grauen, steinernen Rippen, die sich abzeichneten unter dem moosig schwellenden Fleisch, bald war man oben! Und der blaue Himmel, der sich wölbte, die riesige Halbkugel, die hier, diesseits, auf den grauen Berghängen aufsaß, und die drüben, das weiß man, sich tief hinabbog, Südtirol, das Immerdeutsche, überspannte, bis der Jenseitsrand fern in Italien wieder zu Boden kam, und da mußte in jenem Italien der Himmel blauer sein als bei uns, das weiß man auch, und er zitterte schon, sich verändernd, in Innsbruck.

Da hielt der Zug auf dem Brenner, ich riß das Fenster auf und sah hinaus. Zum Himmel auf sah ich nicht, ich sah auf den Bahnsteig, da liefen ein paar eilige junge Männer in schwarzen Hemden, denen kroch über die Brust ein bunter Regenwurm, das waren Ordensbänder von vielen Farben, und auf dem Kopf trugen sie schwarzglänzende Mützen, merkwürdige Mützen, so wie Turbane, es sah nach Asien aus. Die Schwarzhemden liefen, verschwanden im Bahnhofsgebäude, und dafür traten zwei andere draus hervor, zwei Burschen, die waren noch keine Zwanzig, das sah man, mit roten Bauerngesichtern, zwei Bewaffnete, wie waren die angezogen! Ja, jetzt wußte ich es, sie waren angezogen, wie man Soldaten auf der Bühne anzieht in Stücken, die etwa im Jahre 1865 in Agram spielen, so waren sie angezogen. Sie trugen Schilfhüte auf ihren blonden Bauernjungenschädeln, Schilfhüte, wie sie bei uns und bei der Fronleichnamsprozession die hohen Beamten tragen, und dazu langschössige, blaue Röcke, frackähnliche, und lange, blaue Diplomatenhosen mit knallroten, hellziegelroten, handbreiten Streifen und einen weißen Ledergurt um die Hüften und weiße Patronentaschen und einen armlangen Säbel an der Seite, dessen schwarze Scheide unten mit Messing beschlagen glänzte.

So schritten die beiden italienischen Bauernjungen und Schutzleute, das waren sie wohl, nebeneinander auf dem Bahnsteig der Brennerstation auf und ab, und ich starrte sie an und hätte fast vergessen, zum Himmel aufzublicken, der mich in Innsbruck so begierig gemacht hatte, wie er wohl oben auf dem Brenner sein würde. Nun sah ich ihn doch an. Ja, er war blau, aber er zitterte nicht mehr, und die bei den Polizeisoldaten, nun ganz am Ende des Bahnsteigs angekommen, standen still und hoben sich scharf ab gegen die himmlische Bläue. Ihre Schilfhüte schwammen in der Luft, so schien’s. Fest halten! wollte ich rufen, sie schwimmen weg, steigen weg sonst zu der einsamen Wolke, die dort hängt! Aber die Burschen setzten sich wieder in Bewegung, die Hüte saßen wohl fest, und gleich darauf waren sie dicht unter meinem Fenster und ich konnte erkennen, daß sie tief in den Kopf gezogen waren und daß sie diese Bauernköpfe nicht leichtsinnig und schwebend verlassen würden. Nur die einzige, weiße Wolke drehte sich und nahm die Richtung nach Süden.

Der Scaliger reitet

Es ist am zweiten Mai, und ein grauer Himmel über Verona, es hat auch schon eine Stunde geregnet, nun nicht mehr, aber die Orangen in den Körben, in den Verkaufskörben der Piazza Erbe glänzen noch feucht, noch feucht die grüngelben Finger des Spargels. Ich wende mich, und wie überall hier in Verona: eine Mauer, ein Turm mit den gezackten Scaligerzeichen.

Diese Türme, diese Mauern, diese Brücken, immer gekrönt mit diesen scharfgeschnittenen, heftig eingerissenen, stürmischen, gewalttätigen, treppig auf- und absteigenden steinernen Zinnen, sie regen das Blut auf, sie haben etwas Hitzigmachendes, ihr stoßender Gang fährt einem in die Knie wie eine Marschmusik, eine wirbelnde. Die Scaliger, die toten Herren der Stadt. Sind die lebendigen Herren der Stadt, diese Herren della Scala, diese Herren von Treppe, und ihr Treppenwappen, ihr Leiterwappen, in Stein gemeißelt, in Holz geschnitten, aus Eisen geschmiedet, an welcher Häuserecke, in welchem Kirchenwinkel steigt es nicht eilig und frech und hühnerleitersprossig, auf zwei dünnen Beinen stelzend, schräg und fliegend hinauf?

Die Äpfel glänzen feucht und die Spargel, und die großen Steinplatten des Bodens sind schwarzgenäßt und kalt, und der Himmel ist grau, und ich gehe langsam weiter, durch eine schmale Gasse und über einen viereckigen Platz und durch einen Torbogen, und da reitet hoch in der Luft ein Geharnischter.

Er reitet auf einem Gaul, und der Gaul trägt ein Gewand, ein kettengeflochtenes, ein metallisches, so scheint’s, das vorn wie eine Haube über dem Kopf sitzt und über den gebognen Hals weiter läuft und über den Rumpf und faltig und schützend über die Brust, über die Vorderbeine, die Hinterbeine herabfällt und kaum die Hufe freigibt. Und dieser steinerne Gaul dreht den Kopf zu mir, zwischen seinen Ohren, die die Haube durchstechen, sitzt mit aufgerecktem Hals ein vogelartiges Wappentier; dieser lebendige steinerne Gaul sieht aus den Augenschlitzen, aus den dunklen Halbkreisen, die die Haube löchern, neugierig und eitel und höhnisch überlegen auf mich nieder.

Die Knie durchgedrückt, ein breites, langes Schwert in der Rechten, eine Kettenhaube über dem Kopf, den Sturmhelm im Genick, den Sturmhelm, der ist wieder das langhalsige, vogelartige Tier, mit gesträubten Federn diesmal, sitzt ein Geharnischter auf dem Gaul, der den Kopf dreht wie sein Gaul und frech und verschmitzt herablächelt zu mir, neugierig und überlegen und niederträchtig hohnvoll wie das Tier. So reitet Can Grande I., der mächtigste der Scaliger, steinern und lebendig, und ist frech in seiner Größe und gewaltig in seiner Frechheit, und gewaltig frech war der Bildhauer, der ihn so sah und sehen ließ, daß er ihn so sah.

Jetzt fängt’s zu regnen an vom grauen Himmel, und der Scaliger, der Scaliger reitet.

Die Froschangler von Padua

Von Verona, der Festung, wo auf jedem Hügel, und sie ist überragt und umschwungen von sieben und mehr, eine runde, glatte Mauer glänzt, alte Ziegelmauern und neue aus Beton, wo am Mittag und Abend ein Kanonenschuß dröhnt und die Stunde verkündet, wo nachts Soldaten und Soldaten die Schenken und die Straßen und die Gassen füllen, fährt man in anderthalb Stunden nach Padua, und da knallt kein Schuß aus einem Geschützrohr, und Soldaten sind nur wenige zu sehen. Aber viel Bauernwagen fahren in diese Stadt Padua hinein, auf denen graue, seidengraue Kälber mit zarten Hälsen angebunden stehen und nicht einmal muhen, nur mit großen, runden Augen schauen. Das Land drängt sehr in diese Stadt Padua herein, und die weißen Straßen haben es so eilig, aufs grüne Land hinauszukommen, daß ihr Schwung mitreißt und man mit ihnen läuft und bald draußen ist bei den letzten Häusern und den ersten Feldern und den dunkelgrünen, bauschigbelaubten Bäumen. Aber ehe das Land ganz weit und offen wird, zur Ebene, die sich Venedig zu dehnt, sind da die Reste der alten Stadtmauer und des alten Stadtgrabens, und im Stadtgraben blinkt seicht und grün und verschlammt und blätterüberlappt das Wasser. Und am hellen Tage quarren da die Frösche ihr unablässiges, trommelndes Geschrei. Und an der Stadtmauer stehen Knaben mit langen Weidengerten und einer Schnur dran und daran wieder Köderhaken und angeln nach den Fröschen. Und wenn sie einen zappelnden hochreißen, so spießen sie die lebendige Beute an einen rostigen Eisenring, der ist wie ein Schlüsselring, aber nicht Schlüssel hängen dran, sondern grüne, braune, strampelnde, aufgeregt rudernde Frösche, ein Dutzend, zwei Dutzend. Die Sonne brennt, die braunen Knaben angeln, die Frösche an den Ringen quarren nicht mehr, das tun nur noch die im grünen, verschlammten, moosüberdeckten Wassergraben. Und von den Bauernwagen schauen die rundäugigen, seidengrauen, zarthalsigen Kälber stumm auf die stummen, aufgespießt schwimmenden Trommler.

Zeichnung: Hans Lasser. Siehe Anhang.

Ferraresische Straße

Das offene, grüne, weite Land, die bäuerische Ebene drängt sich an Padua heran, und willig tanzt die Stadt auf dem Wogenschlag der laubschäumenden, baumbestandenen Wiesen. Die Sonne glänzt, aber durch die Stille läuft ein Trommeln, das sind die paduanischen Frösche, die [g]rollend und unablässig, in schlammigen Grünglanzgräben gebläht und drollig hockend, dröhnend und kriegerisch und wirbelnd quarren. Weit dehnt sich die Ebene, der schwarzen Hinundher- und Kreuzundquergräben werden immer mehr. Das Land hört auf, und die Lagunen beginnen, und das strahlende Venedig, goldfunkelnd und marmorweiß, blitzt und schreit mit vielen Türmen. Und am Markusplatz, dem schönsten Platz der Welt (wer sah einen schöneren?), flattern die Tauben und gurren tief und dunkel, und wieder grollt es trommelnd, und die blauschimmernden Taubenscharen machen die Musik, die kriegerische, die grollende, die die paduanischen Frösche in den moosgrünen Gräben Tag und Nacht aufspielen. Und nachts wachen viele Lampen in Venedig, und am Tag bebt die Stadt, heiß und unter einem blauen Himmel hitzig, östlich, asiatisch. (Sah ich nicht Kurden mit schwarzen Lammfellmützen?) Und nun liegt Padua hinter mir, die bäuerische Stadt, und Venedig, die goldstaubige, brodelnde, und ich bin ein paar Bahnstunden südlicher, über Hügel hinweg, zypressengekrönte, pappelngesäumte, und bin in Ferrara, dem dunkeln, stillen. Da laufen lange, steinerne Straßen zwischen großen Palästen, und fern, am Ende jeder Straße, schauen grüne Gärten
durch rote Tore, und in jeder Straße bin ich der einzige Mensch fast, und die Katze, die buckelnd aus einer Haustür kommt, fürchtet mich nicht und sitzt nun zierlich in der Straßenmitte und frißt an dem Gras, das zwischen den Steinen wuchert, und frißt und sieht mich an mit den gelben, glänzenden Augen, und aus ihren Augen sieht mich die tiefe Stille an, die gründunkelnde, die Ferrara, von Fröschen nicht umtrommelt, von Tauben umgurrt, überhängt und umweht.

In der Po-Ebene

Eine gute Gehstunde nördlich von Ferrara liegt Pontelagoscuro, ein kleiner Marktflecken. Der Ort ist nicht viel mehr und fast sonst nichts als eine Brücke. Eine Brücke am Po, nicht über den Po, über den führt eine eiserne Brücke, von der gar nichts zu sagen ist, die so ist wie alle eisernen Brücken sind, die sich unten in Sizilien, oben in Norwegen, hier und dort über diesen und jenen Fluß spannen. Aber der Brückenort Pontelagoscuro, die Wohnbrücke am Po (vielleicht waren früher hier Altwässer des großen, gelben Stromes, die jetzt vertrocknet sind), ist seltsam genug, daß man stehen bleibt und sie betrachtet.

Ein dunkler, steinerner Bogen wölbt sich, und, wie im Schatten des Flügels eines mächtigen Raubvogels liegen, eng aneinander, kleine Kaufläden, Schusterwerkstätten, Weinschenken, liegt der ganze Ort fast, und wie Käfer im mürben Holzbalken hausen, so leben hier die Menschen im gehöhlten Stein der Brückenwände. Tritt man aus der Sonne in die schwarze Kühle der überdachten Brücke, durchquert den dunklen, menschenkäferwimmelnden Steinleib, fröstelt fast, eilt, steht wieder in der prallen Sonne, so sieht man, den man vorher nicht sah, den Po. Und vorbei an der ganz und gar gewöhnlichen Eisenbrücke, der langen, großen und starken Eisenbrücke, die aber doch ihre Pflicht tut und das andere Ufer erreicht, an ihr vorbei gehen wir nun flußaufwärts, auf einem hohen Damm, einem grasbewachsenen. Links dehnt sich weit das ebene Land, grün, alles grün, nur wie marschierende Soldaten, im Gänsemarsch marschierende Soldaten, sind schwarze Reihen von Zypressenbäumen. Rechts schwingt die gelbe Kurve des Stroms, grauschimmernd und silbern gesäumt von Weidenbüschen auf sumpfigem Grund, und als wir eine Stunde gehen und die Sonne am blauen Himmel mit uns geht und wir Durst bekommen und bei einem Bauern Wein kaufen wollen, steht der braungebrannte unter der offenen Tür seiner Stube und weigert sich, mit uns ein Geschäft zu machen, nur schenken will er uns den Wein und ein Mahl dazu. Das Mahl nehmen wir nicht, aber die Karaffe roten Weins, selbstgebauten, kellerkühl, und steigen damit auf unsern Damm und sitzen im Gras, eidechsenumklirrt, und essen die mitgebrachte Mortadella und trinken den herben Wein und sehen zum blauen Himmel hinauf und hinab auf den gelben Po.

Venedig

Das Wasser ist wie das eines Tümpels, grün, schwärzlich, schillernd, von unbewegter Oberfläche, undurchsichtig. Neig dich vor im Boot, weit vor, daß deine Begleiterin einen Schrei ausstößt, bis dein Gesicht sich spiegelt! Aber nur fern und maskenhaft blickt es zu dir zurück. Die Sonne brennt gelb und blitzeschleudernd am Himmel, und auf dem Wasser liegt ihr Glanz, der schwarze Glanz, der harte Glanz. Stofflich, wie lackiert, so liegt er auf dem Wasser, das ihn trägt, eine Schicht für sich, mit Messern könnte man ihn wegschälen, und wollte man ins Flüssige greifen, müßte man erst diese Hartschicht durchstoßen, mit tapferen Fingern, stürmenden, maulwurfsarbeittuenden. Im dunkelgrünenden Wasser aber schwimmt eine rötliche Orange, groß, kugelrund, mit zarten Narben wie Poren in der Schale. In dem unbewegten Wasser ist sie eingebettet wie eingefroren und ist gelb und grell und wie künstlich, wie vom Konditor, aus Zucker und Honig. Der Schatten einer Häuserkante zieht eine schnurgerade Linie über die Fläche, und links davon ist glänzendes Perlschwarz, und rechts davon ist stumpfes Tatschwarz. Die Orange ist nahe dieser Grenze, noch ist sie im Lichten. Da fährt ein Boot vorbei, Wellen laufen einander nach, die Orange kommt ins Schaukeln, dreht sich, glänzt, eine flotte, rasche Plätscherwelle nimmt sie auf den Rücken. Wo sind die Wellen? Fort! Die Wasserfläche an dieser Häuserecke, im Winkel dieser Paläste ist wieder bretterglatt, aber die rotgelbe Frucht ist jetzt jenseits; im Stumpfschwarzen, im Sumpfschwarzen, und leuchtet dort noch greller und glanzfrecher. Das Holz des Bootes ist zündelheiß, es greift sich an wie morsch, es will vor Hitze zerbröckeln, es will auseinanderfallen. Der blaue Himmel zittert, keine einzige Wolke ist zu sehen, es ist wohl nie eine Wolke über ihn gegangen, er ist die unberührte, makellose Bläue, niemals fiel Regen von ihm herab. Mit meinem Stock angle ich nach der rotglühenden Kugelfrucht und rolle sie her zum Bootsrand, her zu mir, und greife sie und presse sie, und sie ist schon faulig, und zäher Saft rinnt aus ihr mir klebrig über die Finger. Ich werfe sie unter die Ruderbank, sie rollt ins Dunkle, leuchtet gelb und rot und giftfliegenpilzig, während wir weiterfahren, eine Fruchtlaterne, bösartig und still brennend.

Die Fackelhalter

Es war eine Nacht, voll von einem ungewissen Licht, das von einem Mond herkommen mochte, der wohl hinter Wolken steckte. Ob er rund und voll und gelb war, wer wollte es wissen, oder nur eine schmale, bleiche Sichel? Das ungewisse Licht verriet nichts davon.

Ich ging die lange Hauptstraße hinunter, es war nach Mitternacht, die Läden waren geschlossen und wie im Traum schritt ich durch die Laubengänge, die links und rechts die Straße einfaßten, und so war mir ein Wunsch erfüllt meiner Knabenzeit, da ich oft begehrt hatte, daß über allen Straßen und Gassen Dächer seien, am besten Glasdächer, daß man noch im Regen trockenen und sauberen Fußes durch die Stadt gehen könne. So waren hier die Bürgersteige überdacht, nicht mit Glas allerdings, und hallend ging man dahin und die tragenden Säulen liefen mit und schwarz durch die Lücken sah die Nacht.

In einer Kaffeestube saßen noch die letzten Gäste vor marmornen Tischen, eine geschminkte Frau bei ihnen, mit roten Lippen und rotem Haar, die lachte grell und die Männer stimmten ein, dunkler lachten sie. Dann mündete die Straße, wie ein Fluß in einen See mündet, in einen großen Platz, in einen mächtigen Platz, wo im Dunkel ein Brunnen ragte, und der Platz war umschlossen von riesigen Bauwerken, burgenähnlichen, die trugen Zinnen, stolze, und sahen gewalttätig her. Es war ein Platz, der einem Achtung einflößen konnte, von hier aus, das spürte man, wurde einmal geherrscht und geurteilt und auch hingerichtet wahrscheinlich und wohl auch verbrannt und die Kindsmörderin, die hier loderte, ob die auch so grell schmerzlachte wie die geschminkte Rothaarige drunten in der Kaffeestube?

Ich rührte die Mauern der Burg an, kühl waren sie und unerschütterlich und ich lehnte auch den Kopf daran und schlug mit der Faust dagegen. Das war der große Platz in Bologna, dessen Namen ich nicht weiß, ich war ja nur auf der Durchreise hier, nur auf zwei Stunden, zwei Nachtstunden, bald ging ja mein Zug wieder weiter. Der Mond kam noch nicht, ich ging die Mauer entlang, langsam, da sprang draus hervor ein Fackelhalter, ein eiserner, rot angerostet, kühn wie ein Adlerschnabel und von einer so unbeschreiblich schönen und einleuchtend richtigen und einmaligen Form, daß ich ihn herzerfreuend jetzt noch in Erinnerung habe, ohne genau sagen zu können, wie er eigentlich aussah. Später setzte ich mich auf eine Bank in einem großen Hof des großen Gebäudes und da reckten sich aus der Wand in gleichen Abständen noch mehrere der Fackelhalter. Mir gegenüber brannte ein rotes Licht, und ein Mann trat aus der Mauer und ich erfuhr, daß hier jetzt die städtische Feuerwache eingerichtet sei.

Es war Zeit geworden, wieder zur Bahn zu gehen, ich tat’s nicht durch die Lauben, blieb mitten auf der Straße, der Mond war gekommen. Er war fast rund, blaß und leuchtete nur schwach.

Als der Zug abfuhr, ich in meiner Ecke im Halbschlaf dämmerte, hackten auf mich ein mit scharfen, krummen, rötlichen Schnäbeln viele Vögel, bis ich erwachte. Es waren die Krummschnäbel der Fackelhalter Bolognas.

Ravenna

In Ravenna, über den Marktplatz, auf dem Bauern herumstehen, weht ein scharfer Wind. Er weht, obwohl es Mittag ist, zwölf Uhr, und hoch die Sonne blendet überm Turm. Ja, schnuppre nur, er riecht salzig, der Wind, und kommt dahergelaufen über die grüne Ebene, vom Meer her, und das sind zehntausend Meter, die er zu rennen hat, ehe er die runden, rostbraunen Türme erreicht. Früher hatte er es leichter, der Wind, ja vor fünfzehnhundert Jahren; wenn er da absprang von der triefenden Woge, war er im selben Satz in den Hafengassen Ravennas, das eine Meerstadt war, eine Lagunenstadt, wie Venedig. Inzwischen hob sich das Land, das Meer wich zurück, der Pflug knarrt, wo lautlos Fische schwammen und Seesterne, und die Bauern auf dem Marktplatz von Ravenna, langkiefrig und mit großen Händen, Fischer und Schiffer einst, verhandeln ihren Hafer und wissen nichts mehr von Segel und Boot.

Und nachts geht hier der Mond auf und ist wie überall und ist anders, aber eine runde, gelbe Scheibe dennoch und blinkert käsigfahl auf die wüsten Trümmer des Theoderichschlosses, das der Gote am Meer aufrichten ließ – und da strampelt ein Schwarzhemd auf einem puppigen Rad vorbei und verschwindet, jetzt mausklein, nun gar wanzenwinzig, im Dunkel des Straßenlaufs glockenklimpert noch dünn zurück, und der stumme Mond und die stummen Mauertrümmer bleiben und schweigen.

Jetzt noch ein Glas weißen Albaners mehr getrunken am Türtisch
der Fiaschetteria und aus der Kirche San Apollinare nuovo aus der Gegenübertür, treten die 26 steifen Mosaikheiligen, langfaltig die Gewänder, langfaltig die Gesichter, kommen im Gänsemarsch, und hinter ihnen kommen die 26 langröckigen Mosaikjungfrauen mit den kleinen, apfelrunden Köpfen und gehen und marschieren, lang-sam, lang-sam – bis ein Glas klirrt, da zerfallen sie in die zehntausend roten und blauen und goldenen Steinchen, aus denen sie zusammengesetzt sind, aber nur das Mondlicht liegt auf der Straße, nicht ein einziger goldgekanteter Würfel, nicht ein einziger himmelblauer. Nur eine Handvoll Wind kommt, salzfeucht, vom Meer und reißt am Türvorhang. Und das deutsche Bauerngesicht des Wirts, langfaltig, mosaikheiligenfaltig, steht still über dem Schenktisch.

Gespräch

Wir waren in den Uffizien gewesen, waren durch die vielen, vielen Säle mit den vielen, vielen Bildern gegangen, wir waren auf der Plattform des mächtigen Gebäudes gestanden, uns grad gegenüber der kriegerische Turm des Palazzo Vecchio, in der Ferne grauschwimmend und schimmernd die Hügel von Fiesole, und wir waren wieder zurückgekehrt in die vielen Säle mit den vielen Bildern und suchten jeder noch einmal das Bild auf, nach dem es ihn am meisten gelüstete, und ich meinen Uccello, die Tafel mit dem Gewirr und Geschwirr von Lanzen, mit dem Strudel von braunen und roten Pferden, mit dem gewaltigen, gewittrigen Schimmel – und dann verließen wir erschöpft das Riesenhaus und riefen nach Wein.

Einen starken, herben, roten, schwärzlichen trank man in einer Kneipe in einer kühlen Straße und die Kneipe war, wie meistens hier, tief in das Haus hinein gebaut, war ein langer, strumpfartiger Raum, und auf den Tischen standen die Chiantiflaschen und standen Teller mit den weißen Broten. Wir saßen und tranken und dann bestellte ich mir das zu essen, was ein Herr am Nebentisch aß, und der Kellner brachte es. Es schwammen in einer rötlichen Tunke kleine Fleischstücke und es schmeckte gut, aber wir kosteten zu dreien und errieten nicht, was es wohl wäre. Her mit dem Wirt! Der kam, ein mittelgroßer Mann mit einem fetten Gesicht und schwerem Kinn, und er war, wie das Schild draußen belehrte: Cavalliere.

Also ein Ritter und der Ritter lachte und erklärte aufgeregt, was wir da äßen, das wäre ein gedünsteter Hahnenkamm. Oh, von einem Gockel, sagte mein Freund. Grad kommst du von deinem Uccello, was Vogel heißt, und nun hast du da den roten Wackelkamm eines Vogels vor dir auf dem Teller. Und melancholisch sagte er weiter: Ob es hier in Florenz Maler gibt? Lebende Maler, richtige, lebendige Kunstmaler, und wenn’s die gibt, warum gehen die nicht in die Uffizien und schlagen Nägel in die Wände und hängen sich an einem festen, guten Strick auf?

So fragte er. Der Ritter und Wirt riet, nun zum Käse überzugehen, und wir bestellten. Ich trank von dem schwarzen Wein und sah auf die Straße hinaus, da zog ein Trupp von vielleicht zwanzig Schwarzhemden vorbei, Revolver an breiten, gelben Hüftengurten, in Gamaschen. Der Wirt kam wieder mit einem Brett, darauf verschiedene Käse lagen, gelb und weiß und rund und eckig, und er sah auch auf die Schwarzhemden hinaus und er kniff die Augen zusammen, daß sie schräg und geschlitzt in seinem fetten Rittergesicht standen, und er sah von uns auf den Trupp und von dem Trupp auf uns, und als wir lächelten, lächelte er auch.

Das sah gezwungen aus und dann beugte er sich vor, als beantworte er eine Frage, die wir doch gar nicht gestellt hatten, und sagte zischend und voll mißtrauischer Ablehnung und achselzuckend und in ganz hoher Stimmlage: Ja! Und dann gab er triumphierend und wütend jedem ein besonders großes Stück Käse, zischte, lachte, arbeitete mit den Schultern und ging. Die Schwarzhemden draußen waren vorbei. Wir schnitten den Käs an, es waren Würmer drin, aber mein Freund, der Maler, sagte, das müsse sein. Ich aß trotzdem nicht davon. Der Wein war schwer, er floß, so schien’s, in die Knie, wurde dort zu Blei. Aber ich trank dennoch weiter.

Abenteuerliches Florenz

Vor uns lag ein breiter, sonnenlichtflimmernder Platz und wir blieben im Kühlen stehen und wagten uns nicht hinaus ins Weiße, Heiße und mußten den Platz doch überqueren, um in das kleine Weinhaus zu gelangen, das drüben, jenseits der Pflastergrelle in einer dunklen, feuchten, kellerigen Gasse sich befand und wo wir hinwollten und wo wir hinmußten, weil die Freunde uns dort erwarteten. Der mittägliche Platz war leer, jedermann scheute ihn, nein, doch nicht, von jenseits kam ein schwarzer Hund hergeschossen, der flatterte frech ins Sonnige, lief weiter, aber er brachte es nur auf eine Strecke von vielleicht fünfzehn Metern, dann blieb er stehen, bellte, bellte auf zum Himmel, machte kehrt, das Dunkel schluckte ihn, und wieder ganz leer war der Platz. Los, jetzt, und hinüber! murrte ich und wir setzten uns in Bewegung, schlossen die Augen fast ganz, blinzelten nur auf unsere staubigen Schuhe hinab und marschierten schräg in die glühende Steinwüste hinein. Wir hatten noch nicht ein Viertel unseres Weges hinter uns, da spielte ich schon und liebäugelte mit dem Gedanken, umzukehren, aber ich traute es mir nicht zu sagen.

Weiter gings. Wir befanden uns auf dem heißen Boden eines Kessels, so schien es, der war mit weißem Pech angefüllt, mit weißem siedenden und brodelnden Pech und wahrscheinlich stiegen Blasen auf zum Himmel und die weißen Kesselwände waren ungeheuer hoch. Dreiviertel der Durchquerung waren geleistet, wir wagten schon zu denken, daß auch der Augenblick kommen müsse, wo wir siegreich drüben im Schwarzgrünen sein würden, da verschärfte sich unsere Lage. Der schwarze Hund, er war aber gar nicht schwarz, rötlich, rauhhaarig, mit einem Bösenbubengesicht, der schoß uns mit einem Male wieder entgegen und bellte und griff uns an und knurrte und versuchte uns in die Stiefelspitzen zu beißen und zwang uns auf ihn loszuschimpfen und mit den Armen gegen ihn zu wirbeln und mit den Absätzen nach ihm zu stoßen, Hitze, so nahe dem rettenden Schatten. Der blaue Himmel knallte auf uns herab, der Boden brannte, die Luft zischte und wir kämpften mit dem Hund wie die Araber mit dem gelbmähnigen Löwen kämpfen, der ihnen brüllend und schwanzschlagend den Zugang zur baumkühlen Oase wehren will. Da pfiff es irgendwo, der Hund heulte auf, schnappte noch einmal nach uns und sauste wie eine rote Kugel weg und zurück.

Nun, wir erreichten den Oasenrand auch und standen aufatmend still und gingen dann langsam und die Frische genießend in die Nebengasse, wo die großen, steinernen Straßenpflasterplatten unter unseren Tritten hallten, in die enge Gasse, in die die hohen Häuser keine Sonne und nur wenig Licht ließen, daß wir uns, welch ein Gegensatz! wie Fische in einem grünen Aquarium vorkamen. Da war auch schon das Weinhaus, wir traten ein, die strohumflochtenen Flaschen standen auf den Tischen, die weißen, rotweingefleckten Tischtücher waren wie fröhliche Flaggen, und wir setzten uns in die dunkelste Ecke, wo die Mauer feucht und schimmelig hersah, und tranken den schwärzesten Wein.

Italienische Landschaft

Zu meinen Füßen, im Schatten der Bank, schläft ein kleiner, gelber, langhaariger Hund, ein Hündchen, ein Bologneser Hündchen sogar, wie das gut paßt, denn ich befinde mich auf einem Hügel über dieser Stadt Bologna, die flach, mit roten Tellerdächern da unten liegt.

Das Hündchen schläft, ich sehe, wie seine Flanken sich heben und senken, und wenn ich weit in die Ebene der Emilia hinausblicke, scheint es mir, als ob auch sie sich atmend bewege. Drehe ich den Kopf, so beginnen vor mir die Apenninberge ein zierliches Spiel. Sie verstecken sich hintereinander, einer läuft dem andern nach, auch tun sie nur so, als ob sie Berge wären, diese zarten Hügel, auf denen, wie auf dem Jägerhut die Feder, so auf mancher Kuppe steil und lustig die Zypresse steckt. Wo es fern grau und dunstig dämmert, da werden sie wohl höher, die grünen Hügelzwerge, werden wohl Berge, aber für das, was da dicht vor mir liegt, wenn ich den Kopf drehe, für diese vogelflaumigen Bälle, die Lust verspüren, zu den gebauschten Weißwolken aufzusteigen, wäre das Wort Gebirge zu starr und zu steinern, weckte die Erinnerung an Lawinen und Gemsböcke, wo hier doch nur Mohnfelder lodern und Eidechsen rascheln. Betrachte ich es recht, so ist es mehr ein Garten, der sich hindehnt, ein Park mit weißen Wegen und vielen Mauern, hohen und niedrigen, aber immer mit Mauern, die jedes Feld, jedes winzige Wäldchen reinlich und geizig umhegen.

Noch gestern um diese Zeit saß ich auf einem andern Hügel, im Toskanischen, eine Stunde hinter Florenz, und denke ich daran, so werden auf einmal diese Bologneser Apenninberge schroff und bösartig und unzugänglich, so lieblich und weinbeerensüß, so silbermausgrau und honigriechend war jene gewellte Landschaft und nicht glauben konnte ich es, als ich aus der Karte ersah, daß ich in den Chiantibergen auf einem Grashang gerastet hatte. Denn der Chianti, den ich in Deutschland getrunken hatte, war herb und schwarz und männlich gewesen, und nun wuchs er auf Mädchenhügeln.

Wieder sehe ich auf die Ebene der Emilia hinaus, die taubenblau glänzt, sehe einem Flußlauf nach, der krumm und sandgelb ist, sehe den schnurgeraden, kalkhellen Strich einer Straße und über der Straße Staubwolken, rund und weiß wie die Himmelswolken, zu denen sie steigen. Und ich besinne mich, daß es bei Dachau, im Bayrischen, an heißen Sommertagen vom Schloßberg aus sich ähnlich ansieht, und ich denke darüber nach, warum der Unterschied zwischen diesen beiden Ebenen doch wieder so stark ist, aber ich will es nicht recht inne werden und
zögernd wende ich mich um auf meiner Bank, wieder Berg und Hügelzug in den Blick zu fassen. Aber da sehe ich auf einmal nur mehr weiße Mauern, steinerne Tore, gelbe Schlängelwege, sehe eine große, ordnende Hand, die alles zurechtrückt, sehe, und nun sehe ich es auf einmal mit Abneigung und Widerstand, wie alles Wildwuchernde hier beschnitten ist, wie alles, was sich endlos dehnen will, eingefangen und eingemauert und abgegrenzt ist. Wehe dem Querfeldeinwanderer, der streifend diesen Bergen sich naht: über Gartenmauern steigend, vor verriegelten Stein und Eisentoren, in Weinspalieren verstrickt endet er hilflos wie der Prinz im Dornrosengarten, kann vorwärts nicht mehr, nicht mehr rückwärts, ist ein Einbrecher, ein Dieb, mit Wegelagerergefühlen und schlechtem Gewissen.

An unsre nördlichen Berge denke ich mit dem ewigen Wald, erdbeerendurchflammt, an grüne Grashalden, an steile Felswände und Lust erwacht in mir nach freier Natur und meine Abneigung wächst gegen die zierliche Ordnung ringsum, gegen die Püppchenberge und Wegarabesken, gegen die Zypressen, deren grünschwarzes Laub aussieht, als sei es aus getrocknetem Moos, nur nachgeahmt, schlecht vorgetäuscht.

Wieder sehe ich auf Bologna hinab und sehe fast mit einem leisen Grauen eine steinerne Schlange heraufkriechen, mit vielen bösen Windungen, eine kilometerlange Steinschlange. Das ist der Kreuzweg herauf zu San Luca, eine steinerne Säulenhalle, die von der Stadt im Tale sich heraufschlängelt, mit einem Drachenschwanz schlagend. Wie Jonas, den der Walfisch verschlang, tritt man unten in das gähnende Maul des Säulengangs und geht nun auf Steinplatten, im Kühlen, lange, lange, wohl eine Stunde, Wendung nach Wendung, endlos, herauf, immer im Walfischleibdunkel und atmet auf, erlöst, eben ausgespiehen in die Sonnengrelle der Hügelkuppe.

Ich springe auf und stoße mit der Stiefelspitze an das Bolgneserhündchen, das gelbe, das kläffend auffährt, und laufe fast hinunter in die Stadt. Aber durch den Säulengang geh‘ ich nicht, neben der Steinschlange her gehe ich hinab, um ihre Flanken streichend, immer den Blick auf die Ebene hinaus, die zierlich zwar ist und geordnet und ein Garten, aber doch nicht aus Stein, aber doch lebendig und atmend.

 

Anmerkungen

1 Auf dem Brenner
In: Frankfurter Zeitung, Nr. 346, 11.5.1926. B.s erste Italienreise fand »im Auftrag der Frankfurter Zeitung im Mai 1926 statt; er wurde von Achmann begleitet (vgl. an Sendelbach, 19.5.1926) und von Hans Lasser, der seine Reiseskizzen den Nachdrucken in der Magdeburgischen Zeitung beigab: »[…] italia. Ein schönes Land,wir wissens von anno dazumal, mit Lasser selig« (an Seyboth, 5.4.1961; Nachl. Seyboth).

2 Der Scaliger reitet
In: Frankfurter Zeitung, Nr. 356, 15.5.1926.

3 Die Froschangler von Padua
Zusammen mit Abenteuerliches Florenz, Der Scaliger reitet, sowie dem folgenden Text u.d.T. Aus dem italienischen Skizzenbuch, in: Magdeburgische Zeitung, Beil. »Reiseblätter«, Nr. 21, 22.5.1927.

4 Ferraresische Straße
Vgl. die vorhergehende Anm. – Zu der hier eingefügten Originalzeichnung Norditalienische Stadt von Hans Lasser.

5 In der Po-Ebene
In: Frankfurter Zeitung, Nr. 409, 4.6.1926.

6 Venedig
Zusammen mit Die Fackelhalter und Ravenna, sowie einer Originalzeichnung von Hans Lasser u.d.T. Italienische Arabesken in: Magdeburgische Zeitung, Beil. »Reiseblätter«, Nr. 27, 3.7.1927.

7 Die Fackelhalter
In: Frankfurter Zeitung, Nr. 372, 21.5.1926.

8 Ravenna
In: Frankfurter Zeitung, Nr. 380, 25.5.1926.

9 Gespräch
In: Frankfurter Zeitung, Nr. 473, 28.6.1926. Die berühmte Darstellung der Schlacht bei San Romano von Paolo Uccello stammt von 1456/57.

10 Abenteuerliches Florenz
In: Frankfurter Zeitung, Nr. 421, 9.6.1926.

11 Italienische Landschaft
In: Frankfurter Zeitung, Nr. 433, 13.6.1926. – Auch in: Magdeburgische Zeitung, Beil. »Reiseblätter«, Nr. 49, 8.12.1929 (mit der Originalzeichnung von Hans Lasser).

 

Editionsnotiz

Nachträge zu dieser Ausgabe wurden nötig, weil ihr die erste Gesamtausgabe der „Nymphenburger Verlagsanstalt, München“ als Druckvorlage diente, die sich an den von Britting autorisierten Fassungen orientiert. Der nach Brittings Tod kommentierten Gesamtausgabe, die von Walter Schmitz beim „Süddeutschen Verlag“ herausgegeben wurde, liegen hingegen Brittings frühe Fassungen zu Grunde. Darüber hinaus wurde die von der Münchner Universität eingerichtete „Georg Britting Arbeitsstelle“ bei ihren Recherchen mit Veröffentlichungen fündig, die hauptsächlich aus Brittings früher journalistischer Tätigkeit hervorgegangen sind. Diese Texte stellen wir mit unseren Bänden 17 bis 19 vor.

Die „Italienischen Impressionen“ bestehen aus elf Beiträgen für Feuilletons [siehe „Anmerkungen“] die Britting anläßlich seiner ersten Italienreise im Jahr 1926 verfaßte. Die Texte sind noch vom Expressionismus geprägt und entstanden, bevor Britting seinen einzigen Roman „Lebenslauf eines dicken Mannes, der Hamlet hieß“ schrieb. Weitere Nachträge folgen in nicht festgelegten Abständen.

 

Impressum

Band 18
Hrsg. von Ingeborg Schuldt-Britting

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek. Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über dnb.d-nb.de abrufbar. Informationen über den Dichter und sein Werk in www.britting.de.

Alle Rechte vorbehalten
© 2012 Georg-Britting-Stiftung
83101 Höhenmoos
Wendelsteinstraße 3
Satz u. Layout: Hans-Joachim Schuldt
Made in Germany
Gedruckte Taschenbuchausgabe:
ISBN 978-3-9812360-0-2 (Sämtliche Werke – Prosa)
ISBN 978-3-9812908-1-3 (Italienische Impressionen)